CrashKurs MV beeindruckt durch persönliche Schilderungen
CrashKurs MV beeindruckt durch persönliche Schilderungen

CrashKurs MV für junge Fahrer

Tatsachen ungeschönt. Hautnah.

Zu viele Unfälle mit jungen Fahrerinnen und Fahrern

In Mecklenburg-Vorpommern werden jedes Jahr rund 1.100 Menschen bei Verkehrsunfällen schwer verletzt, 93 starben 2024 sogar an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Darunter sind immer wieder junge Fahrerinnen und Fahrer, die zu schnell unterwegs sind oder durch Fahrfehler Unfälle verursachen. In Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern sind sie vielfach auf das eigene Fahrzeug angewiesen, um zur Arbeit zu kommen oder Freunde zu treffen. Junge Fahrerinnen und Fahrer in Mecklenburg-Vorpommern sind an 17 Prozent aller Unfälle beteiligt, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung nur 6,5 Prozent beträgt. Die Partner des CrashKurses MV, die Verkehrssicherheitskommission des Landes mit dem Innen-, Bildungs- und Energieministerium, der Landespolizei, der Landesverkehrswacht, dem Deutschen Roten Kreuz und der DEKRA starteten im Jahr 2013 eine Initiative, um die jungen Erwachsenen für die Folgen schwerer Verkehrsunfälle zu sensibilisieren. Das Konzept stammt ursprünglich aus England, wird bereits seit 2010 in Nordrhein-Westfalen praktiziert, und heißt „CrashKurs“.

Authentische Berichte von Augenzeugen

Das Projekt wendet sich an junge Fahrerinnen und Fahrer unter 25 Jahren und wird in Berufsschulen und in der Oberstufe von Gymnasien durchgeführt. Die anderthalbstündigen Veranstaltungen werden von speziell ausgebildeten Teams der Polizeipräsidien Rostock und Neubrandenburg durchgeführt und wirken vor allem durch authentische Augenzeugenberichte.

  • Ein Polizist aus der Region erzählt, wie er an einer Unfallstelle schwer verletzte und tote Jugendliche vorfand und wie es zu dem Unfall kam.
  • Ein Feuerwehrmann erinnert sich an sein persönliches Erleben eines besonders tragischen Verkehrsunfalls aus der Region.
  • Eine Notärztin schildert den vergeblichen Versuch, einen Schwerstverletzten zu reanimieren und beschreibt die dauerhaften Folgen von Verkehrsunfällen für Schwerstverletzte.
  • Ein Notfallseelsorger beschreibt sein Erleben der Reaktionen von Angehörigen, wenn er ihnen die Nachricht vom Tod ihres Sohnes oder ihrer Tochter mitteilen muss.
  • Eine Mutter berichtet von den Veränderungen, die der Tod ihres Kindes bei einem Verkehrsunfall für ihr Leben und ihre Familie bedeutet hat.

Die Berichte erzeugen bei den Jugendlichen große Betroffenheit. Viele stellen danach ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr auf den Prüfstand. Manche halten die Berichte auch nicht aus und müssen die Veranstaltung vorzeitig verlassen. Um diese Jugendlichen aufzufangen, stehen Fachkräfte aus dem Lehrerkollegium und von den Akteuren zur Verfügung. Zur Vertiefung kann zwei Monate nach der eigentlichen CrashKurs-Veranstaltung auch ein Projekttag „Aktion Junge Fahrer“ durchgeführt werden.

Durch einen Unfall platzen alle Lebensträume, die die Schüler zuvor auf den Luftballon geklebt hatten

© Landespolizei M-V

CrashKurs MV hat klare Botschaften für die jungen Fahrerinnen und Fahrer:

  • immer anschnallen
  • nüchtern fahren: kein Alkohol, keine sonstigen Drogen
  • nie zu schnell fahren
  • kein Handy am Steuer

und

  • „DU entscheidest!“

Beispiel: CrashKurs in Neubrandenburg

CrashKurs-Veranstaltungen werden in ganz Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt – auch in Neubrandenburg. Hier fand etwa im Januar 2025 ein „CrashKurs MV“ an der Beruflichen Schule Wirtschaft und Verwaltung Neubrandenburg statt. Die Reaktionen der 220 Teilnehmenden machen deutlich, das die Veranstaltung ihr Ziel erreicht: Die Schülerinnen und Schüler fanden die Schilderungen schockierend und lehrreich, erschreckend, sehr bewegend und mutig – und durch die persönlichen Sichtweisen sehr eindringlich.

Kontakt:

Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern
Dezernat Prävention
Tel.: 03866 / 646 130
[email protected]
http://crashkurs-mv.de/

KF (28.03.2025)

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