Warnsignale erkennen und ernst nehmen

Gewalt und Konflikte an Schulen: Wie kann man sie aufhalten?

Beleidigungen, Tritte und Mobbing

Zu den häufigsten Formen körperlicher Gewalt an Schulen zählen:

  • Schlägereien
  • Messergewalt
  • Vandalismus (Zerstörung von Schuleigentum oder dem Eigentum anderer Schülerinnen und Schüler)
  • physische sexuelle Angriffe oder Übergriffe

Die häufigsten Formen psychischer Gewalt an Schulen sind:

  • Mobbing, Bullying und Cybermobbing
  • Bedrohung
  • Beleidigung und Beschimpfung
  • Einschüchterung
  • Rufschädigung (z. B. durch das Verbreiten falscher Informationen bzw. Gerüchte)

Die Opfer sind neben Schülerinnen und Schülern zunehmend auch Lehrkräfte sowie weiteres Schulpersonal.

So stärken wir ein friedliches Miteinander

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die wir selbst ergreifen können, damit es gar nicht erst zu Gewaltvorfällen an unserer Schule kommt. Wir können zum Beispiel:

  • freundlich und respektvoll zu unseren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Lehrerinnen und Lehrern sein
  • das eigene Verhalten reflektieren und ein Vorbild für andere sein
  • Schulaktivitäten organisieren, die das Gemeinschaftsgefühl stärken (z. B. Sportturniere oder Mottotage)
  • uns für eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Mobbing in unserer Schule einsetzen
  • unsere Mitschülerinnen und Mitschüler ermutigen, Mobbingvorfälle zu melden
  • Programme zur Konfliktlösung vorschlagen bzw. einführen, bei denen Schülerinnen und Schüler lernen, Konflikte friedlich zu lösen.
  • bereits vorhandene Angebote von der Schule zum Thema Gewaltprävention nutzen

So erkennen wir Signale der Gewalt

Es ist wichtig, Gewalttaten an der Schule frühzeitig zu erkennen, um rechtzeitig handeln zu können. Mögliche Indizien für Gewalt sind:

  • ein plötzlich verändertes Verhalten von Mitschülerinnen und Mitschülern oder Lehrerinnen und Lehrern (z. B. Rückzug, Ängstlichkeit oder Aggressivität)
  • sichtbare körperliche Verletzungen (z. B. blaue Flecken, Schwellungen)
  • Verschlechterung der schulischen Leistung, Konzentrationsprobleme
  • beschädigte Kleidung oder persönliche Gegenstände von Mitschülerinnen oder Mitschülern
  • Beobachtungen von erniedrigenden Kommentaren oder Sticheleien
  • negative Kommentare in sozialen Medien, die sich auf bestimmte Schülerinnen oder Schüler beziehen

So reagieren wir in kritischen Situationen richtig

Wenn wir einen Gewaltvorfall an unserer Schule bemerken,

  • achten wir darauf, uns selbst nicht in Gefahr zu bringen
  • merken wir uns alle wichtigen Informationen oder schreiben diese auf
  • können wir mit der betroffenen Person sprechen und unsere Unterstützung anbieten (nur wenn die Situation sicher ist)
  • können wir Lehrerinnen und Lehrer oder andere Vertrauenspersonen informieren
  • können wir Vorfälle auch anonym melden, wenn wir uns unsicher fühlen

Das können wir nach einem Gewaltvorfall tun

  • dem Opfer beistehen
  • die Schulleitung in Kenntnis setzen
  • unsere Eltern oder Erziehungsberechtigten informieren
  • das Geschehene mit einem Lehrer, Schulpsychologen oder einer anderen Vertrauensperson aufarbeiten
  • Hilfsangebote wie die „Nummer gegen Kummer“ (116 111) nutzen

KF (25.04.2025)

Artikel zum Thema Gewalt in der Schule

Das Ausmaß des Problems wurde lange verkannt

Gewalt gegen Lehrer

Die Zahl gewalttätiger Übergriffe auf Lehrkräfte hat sich nach einem starken Anstieg zwischen 2018 und 2020 über alle Formen und Schularten hinweg im…

| mehr

Online-Portal der Unfallkasse NRW gibt praktische Tipps

Schulen müssen sicher sein

Der Trend zur Ganztagsschule bleibt, immer mehr Zeit wird in Schulräumen und angeschlossenen Bereichen verbracht. Damit steigen auch die Gesundheits-…

| mehr

Polizisten unterrichten an Hamburgs Schulen

Gewaltprävention auf dem Stundenplan

Wenn junge Menschen gewalttätig werden, haben sie häufig nicht gelernt, Konflikte mit Worten zu lösen. Martin Kobusynski macht seit vierundzwanzig…

| mehr

16-jähriger Schüler initiiert Beratungsstelle

Online-Plattform bietet Hilfe bei Cybermobbing

Das Thema Cybermobbing beschäftigt Lukas Pohland bereits, seitdem er 12 Jahre alt ist. Damals steht er einer Mitschülerin bei, die von…

| mehr

Kurztipp Tipps für Lehrkräfte und Schulleiter

Prävention an der Schule

In Schulen bleiben kleinere Konflikte nicht aus – sowohl unter den Schülerinnen und Schülern als auch mit den Lehrern. Damit Probleme frühzeitig…

| mehr

Kurztipp Verhaltens-Tipps

Prävention an der Schule für Schülerinnen und Schüler

Klar – in der Schule gibt es immer mal wieder Streit. Manchmal ist es „nur“ der gemeine Spruch, manchmal aber auch eine Prügelei auf dem Schulhof.…

| mehr

Junge Menschen können sich künftig mehr politisch engagieren

Neue „Akademie für Kinder- und Jugendparlamente“

Ob Skatepark, Jugendclub oder öffentlicher Nahverkehr – bundesweit engagieren sich bereits 30.000 junge Menschen in mehr als 500 Kinder- und…

| mehr

Der Einfluss des Internets auf die Gewalt an Schulen

Cyber-Mobbing: Wenn Mobbing keine Grenzen kennt

94 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren besitzen ein Smartphone. Auch Computer und Laptops sind bei fast drei Viertel der…

| mehr

Letzter Artikel

Keine weiteren Nachrichten-Seiten