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Vom Angstraum zur Einkaufsmeile

Bahnhöfe sind Teil des öffentlichen Raums. Doch abends kann sich schnell ein Gefühl der Unsicherheit einstellen, wenn man alleine auf Zug, S-Bahn oder U-Bahn wartet. Mit Videoüberwachung, architektonischer Umgestaltung oder der Präsenz von Sicherheitskräften versuchen Bahnbetreiber, den Fahrgästen das mulmige Gefühl zu nehmen.

Gute Bahnhöfe sind hell und gut einsehbar

Gut beleuchtete Bahnsteige geben ein Gefühl von Sicherheit 

© Bergringfoto, fotolia

 

Bahnhöfe sind Teil des öffentlichen Raums. Doch abends kann sich schnell ein Gefühl der Unsicherheit einstellen, wenn man alleine auf Zug, S-Bahn oder U-Bahn wartet. Mit Videoüberwachung, architektonischer Umgestaltung oder der Präsenz von Sicherheitskräften versuchen Bahnbetreiber, den Fahrgästen das mulmige Gefühl zu nehmen. 

Ein mulmiges Gefühl am Abend

Parkanlagen, Parkhäuser oder eben Bahnhöfe sind mit Anbruch der Dunkelheit klassische Angsträume, die nur schwer von ihrem Stigma befreit werden können. Mit harten Zahlen lässt sich diese Angst nicht begründen, denn es passiert hier nachts nicht viel mehr als am Tag. Dennoch bleibt bei vielen Menschen ein mulmiges Gefühl. „Bei den Aspekten des eigenen Wohlfühlens kämpft man auch gegen die Evolution“, weiß Dirk Fleischer, Leiter des DB-Lagezentrums und ehemaliger Bundespolizist. Denn in seiner Entwicklungsgeschichte hat der Mensch gelernt, dass einsame oder dunkle Plätze weniger sicher sind – die Furcht diente vor vielen tausend Jahren dem eigenen Schutz. Einem Menschen, der abends ganz allein am Bahnsteig auf seinen Zug wartet, dieses uralte Angstgefühl zu nehmen, sei sehr schwer, erklärt Fleischer. 

Helle, freundliche Räume

Schon das äußere Erscheinungsbild eines Bahnhofs spielt daher eine große Rolle. Dabei kommt es auf eine helle, freundliche und ansprechende Gestaltung des Bahnhofs oder der Haltestelle an. Transparenz, Weite, Einsehbarkeit und Helligkeit sind hier zentrale Begriffe. Ein wichtiger Faktor ist auch der Wandel vieler Bahnhöfe vom bloßen Verkehrsknotenpunkt zum Einkaufszentrum. Die großen Bahnhöfe sind rund um die Uhr belebt. Prof. Gerd Neubeck, der Leiter der Konzernsicherheit bei der Deutsche Bahn AG, erklärt: „Wir begrüßen diese Wandlung sehr. Eine große Anzahl von Geschäften und Gastronomiebetrieben bieten den Reisenden attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten – das wirkt sich natürlich positiv auf die gesamte Sicherheitslage aus.“

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Sind Sie für eine Videoüberwachung auf allen öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen?
JA, denn Kameras erhöhen das Sicherheitsgefühl von Anliegern und Passanten und verunsichern zugleich Straftäter. Kleine Straftaten werden verhindert, große schneller aufgeklärt.
Ich bin für Videoüberwachung, jedoch eingeschränkt auf die Bereiche, wo sie Sinn macht, z.B. in Bahnhöfen oder Geschäften, wo allein die Drohung mit der Kamera Straftäter abschreckt. Videoüberwachung ja, wenn sie begrenzt ist, aber nicht flächendeckend!
NEIN, dadurch wäre das Recht des Passanten auf das eigene Bild, auf Anonymität und Privatsphäre in Gefahr. Flächendeckende Aufzeichnungen führen zu einem Überwachungsstaat.