Amoklauf

„Amoklauf“ steht für eine willkürliche extrem zerstörerische Gewalttat, oft mit tödlichen Folgen, die ohne für Außenstehende erkennbaren Auslöser geschieht.

Einfach ausrasten

Der Begriff „Amok“ geht auf das malaische Wort „amuk“ zurück, das „wütend“ oder „rasend“ bedeutet. Die Weltgesundheitsorganisation definiert Amok heute als ein willkürliches mörderisches oder erheblich zerstörerisches Verhalten ohne erkennbaren Auslöser. Im Anschluss an die Gewalttat sind die Täter oft erschöpft, haben keine direkte Erinnerung an das Geschehen und neigen zu selbstzerstörerischen Aktionen bis hin zum Suizid. Als typisch gelten auch der schnelle Ablauf und der Versuch, eine möglichst große Zahl von Menschen zu gefährden oder zu töten. 

Chronik des Schreckens

In Deutschland weist die jüngere Geschichte eine ganze Reihe von Amokläufen vor allem in Schulen auf: 

  • 17.9.2009 in einem Gymnasium in Ansbach (zehn Verletzte, der 18-jährige Täter wird bei der Festnahme schwer verletzt)
  • 11.3.2009 in der Albertville-Realschule in Winnenden (15 Tote, der 17-jährige Amokläufer tötet sich selbst)
  • 20.11.2006 in Emsdetten (fünf Verletzte, der 18-jährige Täter begeht Selbstmord)
  • 26.4.2002 am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt (16 Tote, der 19-jährige Amokläufer tötet sich selbst).

International sind beispielsweise folgende Daten im Zusammenhang mit Amokläufen zu trauriger Berühmtheit gelangt: 

  • 22.7.2011 in Oslo und auf der Insel Utøya, Norwegen (77 Tote, der Täter Anders Breivik wird festgenommen)
  • 3.4.2009 in Binghamton, USA (13 Tote in einem Zentrum für Immigranten, der 41-jährige Täter begeht Selbstmord)
  • 23.9.2008 in Kauhajoki, Finnland (ein 22-jähriger ermordet in einer Kleinstadt zehn Menschen und tötet sich selbst)
  • 16.4.2007 in Virginia, USA (32 Tote an einer Universität, der 23-jährige erschießt sich selbst)
  • 26.9.2001 in Zug, Schweiz (14 Tote im Kantonsparlament, der 57-jährige Täter begeht Selbstmord)
  • 20.4.1999 in Littleton, USA (12 Tote in der Columbine High School, die beiden Täter, 17 bzw. 18 Jahre alt, erschießen sich selbst).

Schutz vor Amokläufen

Vor allem an Schulen wurden in den letzten Jahren Maßnahmen ergriffen, um Amokläufen vorbeugen zu können und im Ernstfall eine rasche, effektive Reaktion zu ermöglichen. So werden Ablaufpläne für den Ernstfall festgelegt. Jener für das Land Berlin umfasst die Bereiche

  • Sofortreaktion
  • Eingreifen/Beenden
  • Opferhilfe/Einleitung von Maßnahmen
  • Informieren sowie
  • Nachsorgen/Aufarbeiten

betreffen. 

 

Das Institut für Friedenspädagogik in Tübingen bietet auf seiner Webseite praktische Hinweise für Lehrer und Eltern. 

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