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Manipulierte Geldautomaten

Betrüger lassen sich immer neue Methoden einfallen, um Menschen um ihr Geld zu bringen. Auch das Manipulieren von Geldautomaten gehört dazu. Durch das so genannte „Skimming“ oder „Cash-Trapping“ werden immer wieder Bankkunden geschädigt.

Betrug durch „Skimming“ und „Cash-Trapping“

Seien Sie beim Geldabheben umsichtig

© Michael Pohl, MEV-Verlag

Betrüger lassen sich immer neue Methoden einfallen, um Menschen um ihr Geld zu bringen. Auch das Manipulieren von Geldautomaten gehört dazu. Durch das so genannte „Skimming“ oder „Cash-Trapping“ werden immer wieder Bankkunden geschädigt.

So gehen die Täter vor

Beim Skimming (engl. „to skim“ = abschöpfen) bringen die Täter ein eigenes Kartenlesegerät oder sogar eine ganze Frontplatte an dem Automaten an. Diese gefälschten Bauteile sind dem Original so gut nachempfunden, dass man als Kunde den Unterschied nicht bemerkt. Zusätzlich wird eine Mini-Kamera über dem Tastenfeld installiert. Hebt ein Kunde mit seiner Bankkarte Geld ab, werden die Kontodaten über den Magnetstreifen ausgelesen und entweder auf dem Kartenlesegerät gespeichert oder direkt per Funk an die Datendiebe weitergeleitet. Die installierte Kamera filmt parallel dazu die eingegebene PIN des Karteninhabers. Mit diesen Informationen stellen die Betrüger im Anschluss Kartendubletten her, mit denen sie dann im Ausland Geld vom Konto ihres Opfers abheben. Der Kartenbesitzer bemerkt den Betrug meist erst, wenn er seine Kontoauszüge prüft oder die Bank ihn wegen des überzogenen Kontos informiert. Die Betrüger manipulieren dabei nicht nur Bankautomaten – zunehmend sind auch Kontoauszugdrucker, Überweisungsterminals, Fahrkarten- oder Zapfsäulenautomaten an Tankstellen von der Skimming-Methode betroffen. Eine weitere Möglichkeit des Betrugs: Die Türöffner zu Banken werden manipuliert. Der Kunde soll seine Karte in spezielle, von den Betrügern angebrachte Aufsätze, durchziehen und seine PIN eingeben. Die Daten werden dann in dem Aufsatz gespeichert.

Das sagt die Statistik

Laut dem Bundeslagebild „Angriffe auf Geldautomaten“ des BKA gab es im Jahr 2017 eine erneute Zunahme von Skimming-Betrugsfällen. Insgesamt erfolgten 499 Angriffe auf Geldautomaten zur Erlangung von Kartendaten und Geheimnummern (PIN). Bedingt durch Mehrfachangriffe wurden 223 Geldautomaten manipuliert, ein Plus von 40 Prozent (2016: 159). Obwohl die Anzahl der Betrugsfälle im Vergleich zu den beiden Vorjahren gestiegen ist, befinden sich die Fallzahlen im Gegensatz zum Höchststand im Jahr 2010 (3.183 Fälle) auf einem relativ niedrigen Niveau.
Denn seit 2011 ist das Abgreifen von Daten schwieriger geworden. Grund dafür ist, dass Transaktionen mit Zahlungskarten im SEPA5-Raum nicht mehr über den Magnetstreifen, sondern über den EMV-Chip autorisiert werden. Der kleine goldene Chip kann von Betrügern bislang nicht ausgelesen werden. In Deutschland und den Nachbarländern ist eine Kartenzahlung mittlerweile nur noch möglich, wenn sich auf der Karte ein solcher Chip befindet. Der Magnetstreifen allein reicht dazu nicht mehr. Im weiter entfernten Ausland wie den USA wird zum Geldabheben und Bezahlen jedoch weiterhin nur der Magnetstreifen benötigt.

 

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